It's all around you it's a tragedy, look - so forget the cover, let's read the book...
(Levellers)
Auf besonderen Wunsch von Manu gebe ich hier nun meinen persönlichen Senf zu jedem Buch ab, das ich zum ersten Mal lese, auf dass sie (und vielleicht noch jemand anders?) bald nicht mehr um Lesematerial und literarisches Halbwissen verlegen sein muss.
«The Little Book of Calm» - Paul Wilson (26.10.2008)
Ich musste es tun - so lange hat mich nun verfolgt, dass ich Mannys Originalsprüche nicht in der Work-Version gefunden habe. Die Ähnlichkeit der beiden ist allerdings frappierend, man braucht im Prinzip wirklich nur eins und der größte Beschiss ist, dass Mannys Sprüche offenbar erst für die Serie erfunden wurden. Es fehlen jedenfalls immer noch einige. Dafür bin ich aber soooo ruhig...
«Comic-Typs Buch der Popkultur» - (vielleicht ein bisschen) Matt Groening (12.10.2008)
Dieses Buch hier war's schonmal nicht - und es ging einzig in meinen Besitz über, weil mir gewisse Gemeinsamkeiten mit dem Protagonisten nachgesagt werden. Mag sein, mag sein. Das Buch war jedenfalls nicht ganz so lustig und gleichzeitig teurer als erwartet. Na und, dafür seh ich besser aus...! ;)
«Der gelbe Handschuh» - Alfred Weidenmann (7.10.2008)
Es begann an einem verregneten Sonntagnachmittag vor dem Bücherregal des Freundes. Man hätte viel schlechteres rausziehen können, besseres aber auch. Bei diesem Exemplar der Reihe «Leseriese» wusste ich schon ziemlich zu Anfang den Ausgang des kriminalstischen Abenteuers. Da lob ich mir doch Sherlock Holmes. Ich sollte mal wieder irgendwas gescheites lesen.
«Die drei ??? - Vampir im Internet» - André Minninger (1.9.2008)
Ich mochte die drei ??? - irgendwann mal. Das Geisterschloss, der Super-Papagei, die alle waren toll. Dieses aktuellere Exemplar hätte ich allerdings nicht unbedingt lesen müssen, denn es war unübertrefflich blöd. Immerhin nicht soo aktuell und von einem technischen Analphabet geschrieben, sodass ein wenig unfreiwilliger Humor bleibt. Lohnt sich aber nicht. Demnächst les ich lieber Harry Potter.
«Tank Girl» - Jamie Hewlett und Alan Martin (27.8.2008)
Wenn es natürlich im Zusammenhang einer Geschichte mit Tank Girl, Booga, Stevie und anderen Gestalten nur Schießereien und Rumgeficke gibt, ist das völlig in Ordnung so. Great as ever! Danke für das verspätete Geburtstagsgeschenk!
«Mädchen» - Flix (11.8.2008)
Hach, dieses Berliner Großstadtflair, diese Lebensweisheit, diese tiefe innere Verbundenheit... des Autors zu 90% aller deutschen Frauen unter 30, aber zu mir schonmal nicht. Was für'n Käse. Und dann gibt's nichtmal ein Happy End. Nur sinnlose, kontemplative Selbstbetrachtung, Rumgeficke, Lattetrinken und (immerhin) schöne Bilder. War ja immerhin nicht meins.
«Die Geheimnisse der Monster des Alltags» - Christian Moser (6.8.2008)
Nachdem mich Bibi freundlicherweise schon an die Postkarten herangeführt hat, gibt es nun auch den Sammelband der Monster des Alltags. Nett. Schlauerweise griff ich natürlich zum zweiten Band und ließ mir so meine alten «Freunde» Stress™, innere Leere und Suff entgehen. Nun ja... bald ist ja Weihnachten...
«Peanuts Weisheiten» - Charles M. Schulz (5.8.2008)
Ooh ja, ich bin so schlecht. Ich habe ein Buch, das ich zu verschenken gedachte, schon vorher gelesen! Na gut, zu meiner Verteidigung sei gesagt, dass sich das auch locker auf der langweiligen Zugfahrt nach Hause bewerkstelligen ließ. Mit anderen Worten: allzu viele Weisheiten sind es eben nicht. Aber trotzdem schön, dass sie mal zusammengetragen wurden. Auch wenn mein Favorit fehlt: «Ich habe eine neue Philosophie entwickelt: ich fürchte jetzt nur noch jeden Tag einzeln.»
«Ist nur Spaß!» - Adam Trepczynski (5.8.2008)
Juhu! Ein neues Buch von Adam! Ich freu mich so! Und freu mich auf jeder Seite noch mehr! Die Gartenkralle ist diesmal mit dabei! Mein neuer Favorit ist aber wahrscheinlich der Kabumm-Cartoon... großartig! Jippie! Und danke für den Buchtipp... also den anderen... Epstein statt Hawking... juhujuhu! Was für ein schöner Tag! Nur eins könnte es noch besser machen: Wackelaugen für die Eidechsen auf dem Titelbild. Ich kleb mir gleich welche drauf.
«Über den Umgang mit Menschen» - Adolph Freiherr von Knigge (31.7.2008)
Dieses Buch sollte man gelesen haben, und zwar schon allein deshalb, um allen, die einem mit «Knigge!» kommen, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Meine Oma hatte Unrecht: auf über vierhundert Seiten kein Wort über Ellebogen auf dem Tisch. Dafür umso mehr anderes für alle Lebenslagen des 18. Jahrhunderts - das jugendfreie Kamasutra. Wohl bekomm's!
«Ohne mich, Jeeves!» - P. G. Wodehouse (26.7.2008)
Man sollte es kaum für möglich halten, aber es gibt ein noch besseres Buch als «SOS, Jeeves!»: dieses hier! Der simple Grund: es ist doppelt so lang. Und genauso phantastisch. Ich empfehle es allen und jedem!
«Tim und Struppi: Der Sonnentempel» - Hergé (23.6.2008)
Obwohl Amazon es fantastisch schnell geschafft hat, mir den Anschlussband zu schicken, hob ich mir den Lesegenuss doch noch für die Morgenzugfahrt auf. Hat sich gelohnt: wieder hat ein Tag gut angefangen! (Und wurde von da an zusehends schlechter...)
«Tim und Struppi: Die sieben Kristallkugeln» - Hergé (19.6.2008)
Mit schlafwandlerischer Sicherheit verfiel ich wieder einmal genau dann auf die Idee, einen neuen Band zu brauchen, als die Zugfahrt ohne einen unerträglich geworden wäre. So gibt es nur einen Kritikpunkt: es ist der erste Teil einer Fortsetzungsgeschichte, auf deren Ausgang ich jetzt bis zur nächsten Amazon-Lieferung warten muss!
«Tim und Struppi: Die schwarze Insel» - Hergé (4.6.2008)
Diese Comichefte sind einfach großartig. Unfassbar, wieviel Bewegung in winzigen, ohne jegliche Speedlines gezeichneten Bildern stecken kann! Wie gewohnt ein Abenteuer, das auf über fünfzig Seiten keine Sekunde langweilt.
«Calvin & Hobbes: Psycho-Killer-Dschungelkatze» - Bill Watterson (26.5.2008)
Unglaublich, dieser Arbeitsstress: dieser wunderbare Comicband hat drei Wochen mit mir verbracht, ohne ausgelesen zu werden! Wenn das mal kein Rekord ist. Und das Buch... trotz einiger Duplikate gewohnt herrlich.
«Das Erlkönig-Manöver» - Robert Löhr (24.5.2008)
Einerseits ist ja die Idee ein bisschen abstoßend, die historischen Größen, auf die Deutschland stolz sein darf, ohne nationalistischer Sympathien verdächtigt zu werden, auf einem Abenteuer, wie es an den Haaren herbeigezogener kaum sein könnte, durch den Kakao zu ziehen. Andererseits hat das natürlich (aus meiner Sicht) diesen gewissen Monkey-Island-Bonus: es kann gar nichts wirklich schiefgehen! Goethe ist nunmal erst 1832 gestorben, also wird er auch aus diesem Hinterhalt wieder lebend rauskommen. Bettine ist als «von Arnim» bekannt geworden, also muss ihr Achim verzeihen! Eine entspannte Abenteuergeschichte also, und auch mit einem so moderaten Klassikerwissen wie meinem findet man noch oft genug Anspielungen zum Schmunzeln. Und das Finale findet bei mir um die Ecke statt! Prädikat: kann man mal lesen.
«Das kleine Buch der Wissenschaft» - John Gribbin (22.5.2008)
Der Autor ist offenbar vorrangig Schreiberling, was ihn für mich schon etwas wissenschaftlich unglaubwürdig macht, und dazu verliebt in Statistik - spätestens die Rechnung, dass jährlich im Schnitt 2700 Menschen von großen Kometen getötet werden, war ein ziemlich trauriger Versuch eines wissenschaftlichen Scherzes. Fazit: Schöner Einband, aber um's mit Frau Rose zu sagen: «Was wir hier lernen, ist so stark vereinfacht, dass es schon fast wieder falsch ist.»
«Feynmans Regenbogen» - Leonard Mlodinow (29.4.2008)
Was soll ich sagen: ein fantastisches Buch! Macht glücklich, traurig, nachdenklich und ist durchweg zu empfehlen - außer vielleicht für deprimierte Physiker... sag's mir, Manu!
«Strata» - Terry Pratchett (17.4.2008)
Ein schönes Bildchen von Josh Kirby vornedrauf, Terry Pratchett drin und irgendwas mit Scheibenwelt auf dem Backcover - da könnte man einen weiteren tollen Discworld-Roman vermuten. Tut man das nicht, ist das Buch eigentlich ganz unterhaltsam, und vielleicht nichtmal so verwirrend wie manches von Lem. Ansonsten: oje!
«The Blind Watchmaker» - Richard Dawkins (27.3.2008)
Da ich eine recht gute und kuchenhaltige (danke, Frau Rose) Schulausbildung in Evolution und Genetik frei von den Unbillen der Schöpfungstheorie genoss, ließ das von Douglas Adams angekündigte lebensverbessernde Aha-Erlebnis immerhin bis auf Seite 158 auf sich warten. Kurz danach driftete das Buch allerdings eher in Richtung Michael Moore ab - nicht, dass ich die vorgestellten Theorien nicht unterstütze, aber alles fünfmal vermengt mit halbgarem Gezeter gegen die sonstigen Theorien zu sagen, nervt doch ein wenig.
«Kleine Geschichten für Weiberfeinde» - Patricia Highsmith (22.3.2008)
Mit sicherem Griff eins der peinlicheren Objekte aus Manus Regal herausgegriffen und während dem Druck von fünf Diplomexemplaren schon halb gelesen. Gesamtbilanz: 5x Frau tot, 3x Mann tot, 2x beide tot, 2x Frau weg, 1x Mann weg, 1x Frau wahnsinnig, 1x Mann wahnsinnig, 1x Schwiegermutter tot. Originell ist was anderes.
«The Little Book of Calm at Work» - Paul Wilson (2.3.2008)
Es ist pure Übertreibung, das Buch zu nennen - aber es ist natürlich exakt so intelligent, wie ich angenommen hatte. Durch die bloße Lektüre fühle ich mich schon wie Jesus selbst. Oder Manny? Oder doch eher Bernard?
«Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär» - Walter Moers (19.2.2008)
So simpel geschrieben, dass man immerzu und überall versucht ist, nach versteckten Weisheiten zu suchen. Es stellt sich heraus, dass es eine Menge davon gibt. Fragt sich nur, ob sie meinem Hirn oder dem des Autors entsprungen sind...
Übervoll von genialen Einfällen, nur der Schreibstil war nicht so mein Fall, und dass es tatsächlich einen Spannungsbogen gab, merkt man auch erst auf Seite 680. Nett! Nicht wahnsinnig erregend, aber nett.
Wegen eigener Lese- und Rezensionsfaulheit, heute eine Fremdkritik aus der Badewanne:
«Fahrenheit 451» - Ray Bradbury (16.2.2008)
Du denkst es ist nur Fiktion? Es ist Realität! Genau jetzt! Öffne deine Augen und schau auf dein mobiles Überwachungsgerät «Handy» und auf deine neue «Familie» in Second-Life, StudiVZ oder World Of Warcraft. In Ray Bradbury's «Fahrenheit 451» fährt die Feuerwehr mit Flammenwerfern durch die Stadt um Bücher zu verbrennen. Aber in der heutigen Realität werden sie ja sowieso kaum noch gelesen...
Ein düsteres Buch, das etwas an George Orwell's «1984» erinnert.
«SOS, Jeeves!» - P. G. Wodehouse (24.1.2008)
Sprachlich ein Meisterwerk (ich möchte nicht in der Haut des Übersetzers stecken, aber es ist fantastisch!), und es baut nicht nur mein Gefühl für die deutsche Grammatik wieder auf, sondern ist auch noch unheimlich lustig, macht süchtig und gab mir jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit das gute Gefühl, nicht die Zielscheibe des Schicksals zu sein - dafür ist Bertie Wooster zuständig!
«Calvin & Hobbes: It's a magical world» - Bill Watterson (20.1.2008)
Genauso toll wie alle anderen Calvin & Hobbes-Sammlungen. Leider stelle ich fest, dass die englischen und deutschen Ausgaben offenbar unterschiedlich geordnet sind, sodass ich nun doch ein paar Cartoons doppelt habe. Pro: ich habe den perfekten Cartoon zur Diplomarbeit gefunden. It's a magical world.
«Heavy Metal - Geschichten, Bands und Platten» - Frank Schäfer (15.1.2008)
Es ist für sich schon ein kleines Paradoxon, ein Buch über etwas zu lesen, das man eigentlich nicht beschreiben, sondern nur irgendwo in der Magengegend spüren kann. Noch schlimmer wird's, wenn die Lieblingsworte des Autors «nachgerade» und «je nun» sind. Das Sahnehäubchen auf dem Leid ist die Tatsache, dass der gesamte lesenswerte Textanteil bereits aufs Backcover gedruckt war. Naja, geschenkter Gaul... immerhin gibts acht Bilder von Eugen Egner als kostenlose Zugabe.
«Glennkill» - Leonie Swann (7.1.2008)
Ich hab es mir nicht gewünscht. Es wurde von jemandem mit lauter nutzlosen geisteswissenschaftlichen Studienfächern verfasst, der noch keine dreißig und offenbar entsetzlich erfolgreich ist. Ausgehend von dieser miesen Grundeinstellung dürfte die Tatsache, dass ich dieses fast vierhundert Seiten starke Buch in anderthalb Tagen ausgelesen habe und darüber meinen Tee kalt werden ließ, wohl ganz eindeutig für das Buch sprechen.
«Keine Panik» - Neil Gaiman (2.1.2008)
So unterhaltsam, wie eine Biographie nur sein kann. Schon die verlorenen Zitate von Zaphod sind auf jeden Fall ihr Geld wert: «Der schiere Anblick weckt den Wunsch in mir, äh... also... Diavorträge zu halten.»
«TOUCHÉ 4000» und «TOUCHÉ 4500» - ©Tom (26.12.2007)
Nur wer den zweiten Feiertag durch den erstaunlichen Camilla-Norovirus zwischen Couch und Klo verbringt, schafft das Kunststück, beide Bände in nur einem Tag zu lesen. Aber sie verursachen auch ohne Virus endlose Sitzungen... (Kann man diese Cartoons eigentlich auch in einem anderen Raum lesen?)
«Der schwarze Obelisk» - Erich Maria Remarque (25.12.2007)
Da mir das von Manu empfohlen wurde, muss ich hier ja zum Glück nichts weiter dazu sagen als... genial!
«Zits - Tage eines Teenagers» - Jerry Scott/Jim Borgman (24.12.2007)
Der erste Weihnachts-Comicband, der in diesem Jahr verschlungen wurde. Nein, ich bin kein Teenager mehr. Trotzdem kommt mir vieles entsetzlich bekannt vor... ich mag Jeremy einfach!
«Goethe - Die ganze Wahrheit» - Christian Moser (18.12.2007)
Wenn Calvin & Hobbes durchgeht, dann das auch... Eigentlich sollte ich das gar nicht gelesen haben. Die Idee, aus Mephistos Perspektive zu erzählen, ist immerhin nicht ganz so bekloppt wie die Couch in der Freund-Biographie des gleichen Autors. Über den (trotz allem unterhaltsamen) Aufsatz auf Grundschulniveau trösten Christian Mosers wundervolle Zeichnungen und die recht gelungenen Adaptionen des Faust-Textes hinweg.
«Calvin & Hobbes - Ereignisreiche Tage» - Bill Watterson (16.12.2007)
Falls das als Buch durchgeht... naja... Mein persönliches Weihnachtsgeschenk an mich selbst! Vermutlich hätte man es auch an einem einzigen Tag durchkriegen können, aber mit Calvin & Hobbes-Cartoons ist es wie mit einer guten Tafel Schokolade: bei schlechter Laune verschlingt man sie gleich komplett, ansonsten kann man sie sich einteilen und immer wieder Freude daran haben...
«Die Goldenen Heiligen» - Herbert Rosendorfer (5.12.2007)
Ich kann wenig mit Büchern anfangen, in denen ich für keinen einzigen Charakter Sympathie empfinde - was auch bei diesem der Fall war (abgesehen vielleicht vom gewissen Michael). Trotzdem natürlich interessante Grundidee, doch leider, obwohl es bitterernst sein sollte, erinnert die Umsetzung eher an Harry Potter: ein ganzes Buch voll «Was geht's mich an?! Endlich alle tot? Prima.» Pro: klein, leicht, schnell gelesen und unanstrengend unterhaltsam.
«Der Sternenkavalier» - Gerhard Branstner (19.11.2007)
Manchmal lustig, manchmal interessant, manchmal ein wenig überholt, manchmal aber immer noch Utopie - und noch dazu wunderschön illustriert und im perfekten Format für Straßenbahnlektüre! Wer meinen Verdacht bezüglich der Namensherkunft der beiden Helden teilt, möge sich melden - oder bin ich der einzige Mensch des Planeten, der komische Wörter immer gleich probehalber rückwärts liest?
«Der Selbstmörderklub» - Robert Louis Stevenson (13.11.2007)
Hat mir besser gefallen als die Schatzinsel. Schon die Grundidee der Geschichte ist ja irgendwie genial (ein Klub für alle Hoschis, die gern sterben würden, aber zu feige sind, sich umzubringen), und diese Tausendundeinenacht-Erzählweise mag ich auch ganz gern. Gibt einige gemütliche Abende im Bett...
«Der astronomische Dieb» - Gerhard Branstner (12.11.2007)
Ok, die Anekdoten sind beinahe zu kurz und manchmal hab ich mich eine Zeile nach dem Schluss gefragt, wo sich die Pointe versteckt hat. Aber im Notfall ist es ja auch lustig genug, fast vierzig Jahre alte Science-Fiction-Geschichten eines kommunistischen Autors zu lesen - zum einen, weil ein paar Sachen mittlerweile schon schrecklich wahr sind, zum anderen, weil manches so extrem daneben geraten war...
«Das Totenschiff» - B. Traven (26.10.2007)
Überraschend unterhaltsam und von aller Seefahrtsromantik bereinigt. Es liest sich wirklich prima und ich war in Nullkommanix durch. Und nach meinen Schlachten mit dem Bafögamt genieße ich jeden Seitenhieb auf die Bürokratie. Yes, Sir!
«Die Schatzinsel» - Robert Louis Stevenson (15.10.2007)
Sowas haben mal irgendwann Schuljungs gelesen?! (Damals, als Schuljungs erstens noch lesen konnten und das zweitens auch noch freiwillig getan haben...) Ganz schön gruselig, stellenweise. Nach dem Buch fiel mir erstmal auf, wie das ganze von Disney für den Schatzplaneten durch den Kakao gezogen wurde. Ich bin noch unschlüssig, welche Version mir besser gefällt. Im Buch war mir Jim Hawkins ein bisschen zu dämlich, glaub ich.
«Flächenland» - Edwin A. Abbott (1.10.2007)
Obwohl es ein winziges Buch ist, war es eine Qual, das zu lesen. Es ist ziemlich schlecht produziert, was mich auch gleich störte, und der Inhalt ist... naja... nicht ganz so spektakulär, wie ihn Paul Watzlawick hingestellt hat. Zwischen den zwei bis drei interessanten Denkansätzen sprudeln jede Menge idiotische politische Vorstellungen und chauvinistische Überzeugungen. Das würde ich lieber keinem Schulkind in die Hand geben.
Wenn du weniger Unsinn sprächest, hättest du mehr Vernunft!
(Edwin A. Abbott, «Flächenland»)